malte sonnenfeld
 malte sonnenfeld

Über malte

photo by frollein suomi

malte sonnenfeld

stilrichtung: neo pop art, postmoderner realismus & bundesrepublicana*.

nationale & internationale einzel- & gruppenausstellungen, zahlreiche kunstmessen, museen.

mitglied in mehreren kunstvereinen, u.a. mönchengladbachs ältestem

kunstverein - spektrum88.

vertreten in mehreren privaten sammlungen (u.a. fam. henkel/bagel, k.lennartz)

 

großer dank an gustaf grund, wilhelm koslar und roland eschner für das mentoring und all die stunden mit der kunst !

uni köln: 1990-96, deutsche philologie, philosophie,(museums)-pädagogik; 1996/97: medienschule kerpen horrem (produktionsmanagement/multimediaentwickler)

 

"manchmal fragen mich die leute: was ist erfüllung in der kunst?
ich gerate dann ins stocken und antworte meistens : das reinigen der pinsel nach dem malen!"

malte sonnenfeld

 

*bundesrepublicana ist ein von malte sonnenfeld erfundener sammelbegriff für kulturelle schöpfungen der gesellschaft der bundesrepublik deutschland, die im weitesten sinne die folkloristischen traditionen der BRD begründen oder mit ihnen verbunden sind.

"it´s money that i love"

 

Über Malte Sonnenfeld -

 

Vorwort von Prof. Dr. Irene Daum zum Buch über Malte Sonnenfeld

"Pop! Art! Ironie" (Autor Robert Niesen) 

 

Malte Sonnenfeld nimmt uns mit in bunte comicartige Bildlandschaften, Bilder und Geschichten unserer Zeit im Stil der Neo Pop Art. Seine Motive spielen mit Themen der Politik, der Medien, der Kunstgeschichte und der Alltagswelt, sie zeigen Helden und Schurken der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart in einer markanten unverwechselbaren Handschrift. Große farbige Flächen und schwarz umrandete Bildelemente kombiniert mit Wortbotschaften und Zitaten lassen spannungsgeladene ausdrucksstarke Werke entstehen.

 

Bekanntes – Personen oder Gegenstände - vermischt sich mit weniger Bekanntem zu vieldeutigen politischen und kulturgeschichtlichen Verknüpfungen. Immer mit Tiefgang und Ironie und am Puls der Zeit konfrontiert der Künstler uns mit Bildern des Zeitgeschehens, in denen er das Leben an sich aufs Korn nimmt. Auf den ersten Blick heiter und humorvoll, bringen sie den Betrachter auf den zweiten Blick zum Innehalten und zum Nachdenken.

Als Medien-Experte versteht sich Malte Sonnenfeld auf die Kunst des Bilderscha ens und des Geschichtenerzählens. Ikonen wie James Bond oder Willy Brandt werden aus einem engen zeitlichen Kontext geholt und wecken Interesse an allgemeineren übergeordneten Themen. Die Motive fordern uns zur Auseinandersetzung mit vieldeutigen visuellen Anspielungen und Wortbotschaften, mit Ambiguität und überraschenden Assoziationen heraus.

Wer weiß heute noch, warum Maria (Callas) Präsidentenwitwen nicht mochte?

Malte Sonnenfelds Bilder ziehen uns in ihren Bann und laden zur Mitwirkung und zu Einsichten in neue Zusammenhänge ein. Die eigene Innenwelt, persönliche Erfahrungen und Erinnerungen wirken als Filter für das, was man in seinen Werken sieht. Mit hintersinnigem Humor, gurativen Bildelementen als Blickfang (man sieht, was man kennt) und einer Mischung von Kongruentem und Inkongruentem präsentiert der Künstler wirkungsstarke Bilder, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

 

Über 100 Ausstellungen in Galerien, Messen und Museen und langjährige Kooperationen mit einer Vielzahl von Künstlern zeugen von der Anziehungskraft von Malte Sonnenfelds künstlerischer Arbeit.

Sein Kunst-Kabarettstück "Malen Sie doch mal was Schönes" stellt uns Protagonisten der jüngeren Kunstgeschichte - John Baldessari, Mark Rothko oder Karl Otto Götz – vor und präsentiert eine Zeitreise durch die Phasen des eigenen kreativen Schaffens.

Tiefsinnige Anekdoten und Kommentare zur Wirkung und zur Rezeption von Kunst und zu den Mechanismen des Kunstmarkts sind das faszinierende Ergebnis eines Wechselspiels von Reflektion universeller Themen und persönlichen Erfahrungen.

 

Was macht Malte Sonnenfelds Werke unverwechselbar?

Sie sprühen vor Energie, Experimentierfreude und Kreativität. Sie regen dazu an, etablierte Werte und die schnelllebige Bilderflut der sozialen Medien, die unsere Wahrnehmung in Zeiten von Fake News und Alternative Facts dominiert, kritisch zu hinterfragen. Es gilt, Barrieren aufzubrechen und die Dinge aus anderem Blickwinkel zu sehen, die Fantasie zu beflügeln und in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit den Blick auf die Zukunft zu richten.

 

Eine Begegnung mit Malte Sonnenfeld ist ein nostalgisches Wiedersehen, eine Begegnung mit Figuren, die uns auf unserem persönlichen Weg begleitet haben. Der Künstler trägt die Pop Art in die Zukunft und wir sind seine Weggefährten im Aufbruch aus festgefügten Bahnen.

 

Authentisch und inspirierend - Malte keeps it real. 

"augen her!"

 

„Seit seiner Neuerfindung als Maler kam Malte Sonnenfeld immer auf so komische Ideen…“

Dr. Axel Wendelberger

 

Über die Bilder von Malte Sonnenfeld ließe sich wunderbar philosophieren. Der studierte Philologe gibt dem bewanderten Betrachter in der Tat reichlich Material zum Analysieren, Erklären und Fachsimpeln an die Hand. Ich möchte lieber von meiner persönlichen Begegnung mit dem Künstler und seinem Werk erzählen, denn ich stelle fest, dass sich in mein Urteil über zeitgenössische Kunst zunehmend meine Meinung über den Menschen einschleicht. Den viel gepriesenen «objektiven Blick» suche ich nicht mehr.

 

Michael Koslar, der Mann hinter dem malerischen Pseudonym, ist kein Unbekannter. Als Autor, TV-Sprecher und «Moderator mit Kultpotential» hat er sich längst einen Namen gemacht. Der Tatsache, dass er «ne Kölsche Jung» ist, mag außerhalb unserer Region wenig Bedeutung beigemessen werden. Sie erklärt allerdings die Leichtigkeit und Ironie, welche Malte Sonnenfelds Bilder so unverwechselbar machen. In Abwandlung eines seiner für ihn so typisch enigmatischen Werktitel könnte man sagen: Seit seiner Neuerfindung als Maler kam Malte Sonnenfeld immer auf so komische Ideen…

 

Seine außergewöhnlichen Bildideen faszinierten mich sofort, als ich mit Sonnenfelds Arbeiten in Berührung kam. Auf einem Bild hält sich der japanische Regisseur und Schauspieler Takeshi «Beat» Kitano in der berühmten Abschlußszene seines düsteren Yakuza-Streifens «Sonatine» mit einem zynischen Lachen den Revolver an die Schläfe, drückt ab und : N ach dem Schuß spritzt kein Gehirn, sondern aus dem Kopf blühen Blumen, entlehnt aus einem der Blumenbilder Kitanos, der nach einem Mopedunfall selbst zu malen begann. Durch seine lakonische, comicartige Malweise schafft es Sonnenfeld sogar, der Monumentalität des filmischen Augenblickes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen – angereichert mit feinem Humor natürlich.

 

«Contradictio in adiecto» nennt man diese gedankliche Technik, den Widerspruch in der Beifügung. In vielen seiner Arbeiten überrascht Malte Sonnenfeld den Betrachter mit unerwarteten Kombinationen ganz unterschiedlicher Bildelemente, die zum Nachdenken und Entschlüsseln anregen. Was als Montagen in Acryl begann, wurde zu einem Bildatlas visueller Erinnerungen einer ganzen Generation. Comic-Helden, Bilder historischer Persönlichkeiten, Film-Stills, Abbildungen alter Kunstwerke, Fragmente von Zeitungsfotos, Aufkleber, Sammelbildchen sind das Material, aus dem der Künstler schöpft, welches er zu enigmatischen Bildkompositionen montiert, die er gern mit nicht weniger rätselhaften Titeln    versieht.

   

Manchmal höre ich morgens im Radio einen Musiktitel, der m ich an   Situationen aus vergangenen Zeiten erinnert und der mich den ganzen Tag   über nicht verläßt. Dann denke ich mir oft: «Das ist ein Teil des Soundtracks Deines Lebens.» Mit den Bildern von Malte Sonnenfeld geht es mir ähnlich. Sie rufen Erinnerungen wach, Erinnerungen der in den 1960er Jahren Geborenen. Genau das macht sie so wertvoll. Der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut, dessen Roman «Breakfast of Champions» für den Titel eines Malte-Sonnenfeld-Bildes Pate stand, äußerte sich 1968 in einem Gespräch zu diesem Phänomen:

 

«Es ist sicher nicht schlecht, einfach ein grandioser Autor für die eigene Generation zu sein… Das zu erreichen, ist schon etwas!» Als Beispiel für einen solchen Autor führte er Ernest Hemingway an, «weil er seine Zeitgenossen begeistert hat und er hat es gut gemacht!» Vonneguts Gesprächspartner wies darauf hin dass er, Vonnegut, allerdings von allen Altersklassen gelesen werde: «Es mag mit dem Schreiben an sich zu tun haben, Kurt. Es mag mit den Themen zu tun haben…»

 

Malte Sonnenfeld hat sein künstlerisches Spektrum erweitert. Auf die Serien «Icons» und «Stills» (an holländischen Stilleben aus dem 17. Jahrhundert inspirierten Werken) folgten «Neo Pop meets policy», «Street art for your home», «Pellworm», «Internationale Sprichworte» und «Famous first words». Zunehmend denkt er auch über rein malerische Aufgabenstellungen nach. Seine Kunst wird differenzierter. Längst hat er die Themenbereiche seiner eigenen Generation verlassen. Einer internationalen Beachtung steht nichts mehr im Wege.

 

Der bereits erwähnte Takeshi Kitano begann seine Karriere als Komödiant und hatte in den 1980er Jahren mit seiner irrwitzigen Gameshow «Takeshi’s Castle» weit über Japans Grenzen hinaus Kultstatus erlangt. Als er plötzlich mit ernsthaften Kinofilmen als Regisseur und Schauspieler an die Öffentlichkeit trat, war das Publikum verunsichert. Einen Hauch derartiger Irritation mag auch der von Fernsehen und Bühne her bekannte Michael Koslar – ein Mann des Wortes – versprüht haben, als er den Maler Malte Sonnenfeld und seine von Anfang an bereits ausgereiften Bilder präsentierte.

 

«Warum ein Pseudonym?», schrieb er im Einführungstext seines ersten Ausstellungskataloges. «Pseudonym ist eigentlich die falsche Bezeichnung. Eher eine zweite Identität.» Ich sehe weit mehr als nur zwei Identitäten und beobachte mit Bewunderung, wie er den liebenden Familienmenschen, den Fernsehsprecher, Showmaster, Autor, Entertainer und Maler unter einen Hut bringt – ein Profi eben. Bravo, Malte! Bravo, Michael!

 

über Dr. Axel Wendelberger

Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Ästhetik arbeitete Axel Wendelberger acht Jahre als Kustos an verschiedenen Museen, bevor er sich 1992 als freier Lektor und Grafikdesigner und Kunsthistoriker im Verlagswesen selbständig machte.

 

 

Visuelle Information vernetzt sich zu Kunst:

Die Bilderserien von Malte Sonnenfeld

Dr. Marina Linares, Kunsthistorikerin, 2016

 

Wird Kunst als Spiegel des Zeitgeists betrachtet, so steht Malte Sonnenfeld inmitten der Tendenzen aktueller Kulturentwicklungen. In seinem Werk geht es um Medien, um Bildmedien wie um Medien überhaupt, als Informationsträger und Interaktionsvermittler; es geht um unsere mediale Kultur, in die auch die Bildkunst als reflexive und innovative Kraft integriert ist. Der studierte Medienexperte, hierauf längjährig tätige TV-Moderator und Sprecher ist sich dieser Verflechtungen bewusst und schafft Bilder, die Visuelles und Verbales assoziativ verbinden.

 

Wie Geistesblitze, spontan und zufällig wirken jene Verknüpfungen von Sinneselementen – eine Bildersprache, die auf Schrift, Objekt, Abbildung und Neuschöpfung aufbaut und Fundstücke, Zitate sowie Selbstgestaltetes in die Erfindung einbezieht. Dem Betrachter (oder Leser?) ist es überlassen, für diese Zeichensysteme eine Lesart zu entwickeln: Visualisierte Bedeutungspartikel, zumeist aus unterschiedlichem Kontext, lassen sich als Einzelinformationen denotieren, in den neuen Zusammenhang synthetisieren und interpretieren.

 

Die Botschaft macht der Empfänger: Die Bildelemente entstammen dem individuellen Bildungs- und Erfahrungsschatz ihres Produzenten und sind zugleich als allgemeines Kulturgut bekannt, sodass die – wenn auch offene – Kommunikation funktioniert. Kohärenz stellt sich selten ein, zu disparat ist das Material; Brüche und Widersprüche sind bewusst intendiert, Mehrschichtigkeit und Vieldeutigkeit auf mehreren Ebenen angelegt. Sonnenfeld liebt das Fragmentarische wie das Unvereinbare, das Ironische wie das Spielerische.

 

Spreng-Satz im Stillleben. Die Serie Stills adaptiert klassische Stillleben – Sinnbilder, die, im Spannungsfeld von Realität und Symbolik, Sinnlich-Ästhetisches sowie Sinnhaft-Erkennbares vereinen. Die ursprünglichen Kompositionen niederländischer Maler bleiben als Referenz deutlich sichtbar, werden jedoch ins Profane überführt, indem ergänzte oder ausgetauschte Bildobjekte Gegenwartsbezug herstellen. Aspirin neben dem Weinkelch, Handgranate neben Früchten – das traditionelle Sujet wird anachronistisch gebrochen, Kunstgeschichte mit Alltagskultur aktualisiert.

 

Icons inszenieren Ereignisse neuerer Zeit. Die Welt der Dinge ist ausgetauscht durch die Welt der Massenmedien, industriell designt, virtuell präsentiert und konsumiert. Bespielt wird sie von Helden aus Sport und Politik, Fernsehen und Comic, in fiktivem Arrangement des Künstlers. Der Bildraum wirkt schematisiert, nur mittels Farbflächen angedeutet, mittels Figuren konkretisiert. Auch diese bleiben flächig, plakativ mit schwarzen Umrissen fixiert und stehen, ergänzt mit Collage und Schrift, Druckerzeugnissen kommerzieller Bildgestaltung nahe.

 

Technik ist Programm – Mixed Media kombiniert Acrylmalerei mit Collage, als Synthese von Selbst- und Fremdgestaltetem, ebenso disparat wie die Bildgegenstände: Figurative Darstellungen mit Pinsel, grob gespachtelte Farbflächen bis zu plastischen Elementen mit Strukturgel, dazu Zeitungs- oder Druckausschnitte, Verpackungsmaterial, Aufkleber oder Absperrband. Ganz im Sinne der Pop Art werden massenmediale Gestaltungsformen und -stile wie Comic, Plakatkunst oder Streetart ebenso wie kunsthistorische Werke zitiert und kombiniert.

 

Pop Art – Medienkunst. Malte Sonnenfeld konzipiert Werke mit Affinität zum Visuellen und Verbalen. Die anklingenden Massenmedien sind von jener Dualität, ebenso  eingesetztes Wortmaterial sowie Collage-Objekte fixer Referenz. Titel kommentieren das Bildgeschehen in einer Metakommunikation, als weitere Ebene des komplexen Sinngefüges, das sich im Spannungsfeld zwischen Fiktion über Abbild/Referenz bis zum Realen bewegt. Brechungen, Kontrastierungen, Ironisierungen fügen sich spielerisch zum verdichteten Ganzen – dicht wie die heutige Informations- und Medienwelt.

 

über Marina Linares 

Marina Linares ist Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin, Bildende Künstlerin und Autorin.

 

 

 

Fauvismus, Affichismus und Pop Art

von Camilla Spörndle

„Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben;
aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.“
- ein Aphorismus von Theodor Fontane,
wie erschaffen für den Kölner Künstler Malte Sonnenfeld.

Denn Malte Sonnefeld liebt Fauvismus, Affichismus und Pop-Art.
Und er lebt diese Liebe in seiner eigenen Kunst aus.

Virtuos spielt Malte Sonnenfeld mit den formalen Stilelementen der obigen Kunstepochen, wie z.B. aus dem Fauvismus entlehnten reinen, leuchtenden, großen Farbflächen, Collage- und Stencilelementen aus dem Affichismus  oder den Pop-Art typischen Comic-Outlines, mit denen er sehr oft Personen des öffentlichen Interesses porträtiert. Doch auf der Inhaltsseite infiltriert er als ganz eigene, innovative Komponente sublime, emblematische Wortbotschaften, die wie ein Code als Schlüssel zur Dechiffrierung seiner Werke dienen.

Seine Ideen? NEO -  Frisch, jung, ungewöhnlich und revolutionär.
Seine Sujets? POP – Aktuell, populär und glamourös.
Seine Kunst? ART – Einzigartig, einfallsreich und mysteriös.

Was herauskommt?
Ein echter Malte Sonnenfeld, ein Unikat, das es so nur einmal gibt - übrigens ein herausragendes Unterscheidungsmerkmal zur Reproduktivität von Popart-Selbstvermarktungsgenies, wie z.B. Andy Warhol.

Pop-Art-Künstler wie der bereits genannte Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jasper Johns oder Robert Rauschenberg orientierten sich nicht mehr an den bisherigen, elitären Topoi der Kunstakademien, sondern an der „popular culture“, der Volkskultur, also Nachrichten, Werbung, Filmstars und Comic-Büchern.
Dies demokratisierte die Kunst, die Pop(ular) Art, denn sie war plötzlich für alle lesbar. Man musste kein Humanist mehr sein, der religiöse Mythen oder heidnische Legenden studiert hat, um Kunst verstehen zu können. Außerdem wurde Kunst durch die vielen „multiples“ auch für die breite Masse erschwinglich.
Die schärfsten Kritiker denunzierten die Pop-Art deshalb gerne als oberflächlich und banal, im besten Fall als bloßer Kitsch. Allerdings ist genau diesen Kritikern auch die ironische Emphase, die nur zu gerne typische Klischees ins Lächerliche zog, entgangen.

Ganz anders Malte Sonnenfeld.
Jedes einzelne Werk von ihm ist ein Konglomerat von Fachwissen in den Bereichen Kunst, Politik, Religion, Literatur, Film, Sport und Musik.
Wie aus einer großen Schatzkiste bedient sich Malte Sonnenfeld und gestaltet so ge -und erlebte Geschichte. Nur ein paar Beispiele:

Albrecht Dürer wartet vergeblich auf Merchandise-Artikel;
Angela Merkel ist vorsichtig optimistisch;
Monica Vitti entfernt sich zunehmend vom Katholizismus;
Simone de Beauvoir träumt von ihrer Urlaubsliebe;
Fred Astaire ist auf der Suche nach dem großen Kick;
Kraftwerk sind progressiv, regressiv;
und, und, und……
Aus unserer Geschichte werden Geschichten.
Erzählt mit Schalkernst in Bild und Wort.
Sie erschließen sich nur dem, der kennt, oder der sich, falls er nicht kennt,
auch die Zeit nimmt und die Mühe macht, zu „er-kennen.“

Somit intellektualisiert Malte Sonnenfeld in seiner Neo-Popart die Pop-Art.
Und zwar durch das, was er liebt und lebt.
Er geht in der Geschichte einen Schritt zurück, aber in seinen Geschichten zwei voraus.
Und wird somit zu dem, was seine Vorbilder einst waren: Avant-garde.
Einer, der zum Um-und Nachdenken anregt.
Ein Vorreiter und Wegbereiter.

 

 

Was heißt hier Pop-Art?
Andreas Cordes

Wenn über die Arbeiten von Malte Sonnenfeld  gesprochen oder geschrieben wird, fällt immer wieder auch der Begriff der Pop-Art, um seine stilistischen Wurzeln und inhaltlichen Vorbilder aufzuspüren. Gerne wird er auch mit dem Künstler Sigmar Polke mit dem Hinweis verglichen, dass sich beide aus den formalen Merkmalen dieser Kunstrichtung bedienen.

Dabei sah sich gerade Sigmar Polke selbst doch eher als kritische deutsche Antwort auf die amerikanische Pop-Art und prägte bereits 1963, zusammen mit Konrad Lueg und Gerhard Richter, den Begriff des "Kapitalistischen Realismus". Eine Anspielung auf die offizielle DDR-Bezeichnung "Sozialistischer Realismus" als dortige, vorherrschende Kunstrichtung. Was diese Künstler mit der Pop-Art verband, war weniger eine Verbundenheit über formale Merkmale als vielmehr die kritische Sichtweise auf den Massenkonsum sowie den fraglosen Optimismus über den Fortschritt.

Was hat das alles mit der Kunst Malte Sonnenfelds zu tun?
Wenn wir genau hinschauen, eine ganze Menge: Denn ebenso wenig wie die Arbeiten Sigmar Polkes, lässt sich auch seine Kunst nicht ausschließlich auf stilistische Aspekte oder inhaltliche Bedeutungsvarianten der Pop-Art reduzieren. Auch der Hinweis auf die Vorliebe des Künstlers für den Comic greift für eine charakteristische Einordnung zu kurz.

Eher scheint Malte Sonnenfeld seine Malweise in der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Werken Sigmar Polkes herausgearbeitet zu haben. So umfassen seine vielschichtigen Arbeiten wie bei Polke ein weites Spektrum im Einsatz verschiedener Maltechniken und malerischer Ausdrucksmittel: Im ambivalenten Spiel von Transparenz und Opazität, im Setzen von Konturen zwischen Formwerdung und Auflösung oder im kontrastierenden Zusammenspiel von sphärischem Bildgrund und malerischem Pinselduktus erscheinen seine Bildwelten wie zufällig zusammengefügte Fragmente, die sich immer wieder zu vielschichtigen Ensembles verdichten.

Dieser Eindruck wird verstärkt durch den technischen Kunstgriff der Collage, mit dem das Spektrum in der Ausdrucksweise Malte Sonnenfelds weit über die klassische Malerei hinausreicht. So sind die Bildgründe in seinen Arbeiten oft mit Tapete, Produktverpackungen oder Auszügen aus Gedichten und Zitaten auf Papier beklebt. Eine Technik, die uns nicht nur an Sigmar Polke, sondern auch an den Nouveau Réalisme denken lässt, die als europäische Parallelerscheinung zur Pop-Art Anfang der 60er Jahre entstand. Besonders die malerische Bearbeitung des Bildträgers aus subtilsten Farbschichtungen und vehementen Pinselstrichen, erinnert mitunter an die Bildhaftigkeit der Plakatabrissbilder des französisches Künstlers Jacques Villeglé, einem Mitbegründer des Neuen Realismus.

Die Quintessenz
Aus all diesen formalen Ableitungen in der Bildgestaltung hat Malte Sonnenfeld seinen ganz eigenen, sehr persönlichen wie auch komplexen und heterogenen Stil entwickelt. Mit seinem scheinbar unendlichen Kosmos aus Zeichen erscheinen uns seine Bildräume eher wie Suchbilder oder Bilderrätsel, die dem Betrachter immer neue Erinnerungsräume erschließen lassen.

So sind die Arbeiten Malte Sonnenfelds weder als reine Auseinandersetzung mit dem Konsumstreben der Massen wie in der Pop-Art zu verstehen, noch können sie trotz der Verwendung stark ironischer Elemente wie bei Sigmar Polke, als bloße Kritik an der Massenkultur interpretiert werden. Ebenso wenig möchten seine Arbeiten eine Lücke zwischen Kunst und Leben schließen, wie es die Vertreter des Nouveau Réalisme oder Neodada in ihrer elitär anmutenden „Revolution des Alltäglichen“ forderten.

Vielmehr  bringt der Künstler Ikonen aus Kultur und Politik sowie Motive, Symbole und Signale unserer medialen Konsum- und Warenwelt in facettenreiche Zusammenhänge, die seine Sicht der Welt erzählen, ohne jedoch zu moralisieren oder zu belehren. Mit einem für ihn typischen und unverwechselbaren Augenzwinkern lässt Malte Sonnenfeld den Betrachter raten, teilhaben und fordert uns heraus, die Bilder der alltäglichen Kultur- und Medienwelt als kollektives Gedächtnis einer real existierenden Parallelwelt wahrzunehmen und zu erkennen. Oder, um mit den Worten von Pierre Restany, der 1963 das Ende des Nouveau Réalisme verkündete, zu schließen: "In Zukunft kann jeder seine eigenen Erkenntnisse aus dieser historischen Situation ziehen und seine Vorstellungen mit den Tatsachen zusammenbringen."

 

über Andreas Cordes

Andreas Cordes studierte Kunstgeschichte und Philosophie in Osnabrück. Er ist Gründungsmitglied des Kunstverein Nordhorn e.V. und arbeitet freiberuflich als Webdesigner und Kunsthistoriker.

 

 

„… und viel kreativität“

Dr. Thomas Ebers

 

 

Ein Atelierbesuch im rheinischen Unkel, der offensichtlich nicht im Sinne des 2019 amtierenden Wettergottes war: Donnergrollen, Blitze sowie regnende Ströme säumten den Weg. Dem göttlichen Treiben zum Trotz dennoch angekommen und beim Anblick der Bilder sofort heimisch gefühlt. (Die Person Malte Sonnenfeld unterstützt dies übrigens kongenial.) Eine Bildsprache, die mit bekannten popkulturellen Memen arbeitet, zumeist in originelle bildnerische Kontexte gestellt und sinnstiftende und -entstellende Wort und Satzgebilde umfasst. Hier tummeln sich Willy Brandt, Kurt Georg Kiesinger, Goethe, Max und Moritz, Herr Rossi, Uncle Sam, Super Mario, Superman, Salvador Dali und viele(s) mehr in unterschiedlich collagierten Umfeldern.

 

Eine erste Schublade:

 

Neo Pop-Art; bunte, comichafte Bildlandschaften, die zwischen den Zeilen und abgebildeten Elementen Sinn stiften, der sich oft erst dem zweiten oder dritten Blick darbietet. Eine wunderbar gelungene Inanspruchnahme von ästhetischem und intellektuellem Sinn. In Anlehnung an die berühmte elfte Feuerbachthese von Karl Marx ließe sich von außen betrachtet folgendes Motto den Arbeiten Malte Sonnenfelds zur Seite stellen: „Die Künstler haben die Welt nur verschieden dar- und vorgestellt. Es kömmt darauf an, sie zu kommentieren.“

 

Die zweite Schublade:

 

In diesen künstlerischen Kommentaren kommen aber keine irrealen oder gar logisch widersprüchlichen Szenerien zum Einsatz. Vielmehr entsprechen sie einfach nur nicht den Erwartungen und Erwartungshaltungen der Betrachtenden. Malte Sonnenfelds Kunst kann daher im besten Sinne des Wortes als „paradoxale Kunst“ bezeichnet werden, denn Paradoxie bezeichnet etymologisch etwas den gewöhnlichen Erwartungen Widersprechendes. Diese Kunst ist weit entfernt von Surrealismus, Symbolismus und von Hinterwelten, wenngleich nicht von Hintergründigem. Vielmehr macht Malte Sonnenfelds Kunst auf Widersprüchliches, Unlogisches aufmerksam oder auch auf Übliches, das nicht üblich sein sollte.

 

In den Schubladen:

 

Malte Sonnenfeld heißt mit bürgerlichem Namen Michael Koslar. Unter diesem Namen übt er bereits die wenig bürgerlichen Berufe des Sprechers, Autors und Schauspielers aus. Unter dem Pseudonym Malte Sonnenfeld ist er seit 2010 als bildender Künstler in der Öffentlichkeit sichtbar. Gut für die Öffentlichkeit.

 

(Der Titel ist an ein Zitat von Malte Sonnenfeld angelehnt, welches auf seiner Website www.maltesonnenfeld.de zu finden ist: „um mit kunst geld zu verdienen braucht man: ideen, kontakte, überzeugungskraft, mäzene, kontakte, mut, nochmals kontakte und eventuell kreativität.“)

 

 

über Dr. Thomas Ebers

Dr. Thomas Ebers studierte Philosophie, Soziologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. 2009 wurde er dort mit der Dissertation „Schreckliche Freiheit und Verantwortung. Überlegungen zur Wiedergewinnung eines philosophischen Schuldbegriffs“ zum Dr. phil. promoviert. Von Ende 2021 bis Anfang 2024 kuratierte Thomas Ebers  die Ausstellung "Inmmanuel Kant und die offenen Fragen"

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© Michael Koslar