malte sonnenfeld
malte sonnenfeld

über malte

malte sonnenfeld

stil: neo pop-art, postmodern realism & post pop-art

nationale und internationale einzel- und gruppenausstellungen

zahlreiche kunstmessen & museen

universität köln 1990-1994, m.a.

 

"manchmal fragen mich die menschen:

was ist die erfüllung in der kunst?

ich gerate dann ins stocken und antworte meistens:

das reinigen der pinsel nach dem malen!"

 

malte sonnenfeld

"the day i lit the globe"

wer ist malte sonnenfeld?

 

"...mittlerweile ist er deutschlandweit für seine bunten, comicartigen und hintersinnigen Acrylbilder bekannt..." (Kölnische Rundschau)

"Der Senkrechtstarter" (Aachener Zeitung) produziert "Pop-Art-Bilder mit Witz und Tiefgang." (Bonner Generalanzeiger). "Seine Kunst ist Bild gewordener, hintersinniger, manchmal subversiver Humor gespickt mit viel Ironie" (Rhein-Zeitung) und er ist "zu einer neuen Grösse im deutschen Kunstbetrieb geworden." (Honnef heute).

 

 

 

 

 

Was heißt hier Pop-Art?
von Andreas Cordes, Kunsthistoriker

Wenn über die Arbeiten von Malte Sonnenfeld  gesprochen oder geschrieben wird, fällt immer wieder auch der Begriff der Pop-Art, um seine stilistischen Wurzeln und inhaltlichen Vorbilder aufzuspüren. Gerne wird er auch mit dem Künstler Sigmar Polke mit dem Hinweis verglichen, dass sich beide aus den formalen Merkmalen dieser Kunstrichtung bedienen. 

Dabei sah sich gerade Sigmar Polke selbst doch eher als kritische deutsche Antwort auf die amerikanische Pop-Art und prägte bereits 1963, zusammen mit Konrad Lueg und Gerhard Richter, den Begriff des "Kapitalistischen Realismus". Eine Anspielung auf die offizielle DDR-Bezeichnung "Sozialistischer Realismus" als dortige, vorherrschende Kunstrichtung. Was diese Künstler mit der Pop-Art verband, war weniger eine Verbundenheit über formale Merkmale als vielmehr die kritische Sichtweise auf den Massenkonsum sowie den fraglosen Optimismus über den Fortschritt.

Was hat das alles mit der Kunst Malte Sonnenfelds zu tun?
Wenn wir genau hinschauen, eine ganze Menge: Denn ebenso wenig wie die Arbeiten Sigmar Polkes, lässt sich auch seine Kunst nicht ausschließlich auf stilistische Aspekte oder inhaltliche Bedeutungsvarianten der Pop-Art reduzieren. Auch der Hinweis auf die Vorliebe des Künstlers für den Comic greift für eine charakteristische Einordnung zu kurz.

Eher scheint Malte Sonnenfeld seine Malweise in der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Werken Sigmar Polkes herausgearbeitet zu haben. So umfassen seine vielschichtigen Arbeiten wie bei Polke ein weites Spektrum im Einsatz verschiedener Maltechniken und malerischer Ausdrucksmittel: Im ambivalenten Spiel von Transparenz und Opazität, im Setzen von Konturen zwischen Formwerdung und Auflösung oder im kontrastierenden Zusammenspiel von sphärischem Bildgrund und malerischem Pinselduktus erscheinen seine Bildwelten wie zufällig zusammengefügte Fragmente, die sich immer wieder zu vielschichtigen Ensembles verdichten. 

Dieser Eindruck wird verstärkt durch den technischen Kunstgriff der Collage, mit dem das Spektrum in der Ausdrucksweise Malte Sonnenfelds weit über die klassische Malerei hinausreicht. So sind die Bildgründe in seinen Arbeiten oft mit Tapete, Produktverpackungen oder Auszügen aus Gedichten und Zitaten auf Papier beklebt. Eine Technik, die uns nicht nur an Sigmar Polke, sondern auch an den Nouveau Réalisme denken lässt, die als europäische Parallelerscheinung zur Pop-Art Anfang der 60er Jahre entstand. Besonders die malerische Bearbeitung des Bildträgers aus subtilsten Farbschichtungen und vehementen Pinselstrichen, erinnert mitunter an die Bildhaftigkeit der Plakatabrissbilder des französisches Künstlers Jacques Villeglé, einem Mitbegründer des Neuen Realismus.

Die Quintessenz
Aus all diesen formalen Ableitungen in der Bildgestaltung hat Malte Sonnenfeld seinen ganz eigenen, sehr persönlichen wie auch komplexen und heterogenen Stil entwickelt. Mit seinem scheinbar unendlichen Kosmos aus Zeichen erscheinen uns seine Bildräume eher wie Suchbilder oder Bilderrätsel, die dem Betrachter immer neue Erinnerungsräume erschließen lassen.

So sind die Arbeiten Malte Sonnenfelds weder als reine Auseinandersetzung mit dem Konsumstreben der Massen wie in der Pop-Art zu verstehen, noch können sie trotz der Verwendung stark ironischer Elemente wie bei Sigmar Polke, als bloße Kritik an der Massenkultur interpretiert werden. Ebenso wenig möchten seine Arbeiten eine Lücke zwischen Kunst und Leben schließen, wie es die Vertreter des Nouveau Réalisme oder Neodada in ihrer elitär anmutenden „Revolution des Alltäglichen“ forderten.

Vielmehr bringt der Künstler Ikonen aus Kultur und Politik sowie Motive, Symbole und Signale unserer medialen Konsum- und Warenwelt in facettenreiche Zusammenhänge, die seine Sicht der Welt erzählen, ohne jedoch zu moralisieren oder zu belehren. Mit einem für ihn typischen und unverwechselbaren Augenzwinkern lässt Malte Sonnenfeld den Betrachter raten, teilhaben und fordert uns heraus, die Bilder der alltäglichen Kultur- und Medienwelt als kollektives Gedächtnis einer real existierenden Parallelwelt wahrzunehmen und zu erkennen. Oder, um mit den Worten von Pierre Restany, der 1963 das Ende des Nouveau Réalisme verkündete, zu schließen: "In Zukunft kann jeder seine eigenen Erkenntnisse aus dieser historischen Situation ziehen und seine Vorstellungen mit den Tatsachen zusammenbringen."

 

"malte sonnenfeld" © by wolfgang weßling - projekt "99 künstler"
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© Michael Koslar